Ausbildung Systemaufstellungen, einjährige Grundstufe. Beginn 17. Juni 2016 in Erfurt

 

Kurs II, 2016/2017

Dieser Kurs macht praxisnah und erfahrungsbezogen mit den Grundlagen der Aufstellungsarbeit vertraut. Er ist offen für Menschen, die sich beruflich oder im Sinne persönlichen Wachstums für die Aufstellungsarbeit interessieren. Er öffnet tiefe Einsichten in das eigene Leben, unterstützt die persönliche wie berufliche Entwicklung aller Teilnehmenden und ermöglicht es, einzelne Elemente der Aufstellungsarbeit im eigenen Arbeitsfeld anzuwenden. Schwerpunkte: Aufstellungsarbeit an den eigenen jeweils relevanten Themen, phänomenologische Haltung, psychologische und spirituelle Hintergründe, systemische Perspektiven, eigene Übungen.

In Kooperation mit dem Nelles Institut in Nettersheim (Eifel) und Berlin. Der Kurs wird als Grundstufe für die dortige Hauptstufe anerkannt.
 

Zum äußeren Rahmen

Umfang
8 Wochenendkurse, insgesamt 24 Tage. Freitags und Samstags ist das Seminar für weitere Teilnehmer offen, um das Spektrum für Selbsterfahrung, Wahrnehmung und Reflexion zu erweitern. Sonntags bleibt die Ausbildungsgruppe unter sich, zur Reflexion und Theoriebildung, für besonders persönliche Anliegen und Fälle, sowie für praktisches Üben unter Anleitung. Zum Abschluss erhalten alle Teilnehmenden eine Weiterbildungsbescheinigung.

Anzahl der Weiterbildungsplätze: 15.
Anmeldeschluss: 08.06.2016

Veranstaltungsorte

Ev. Augustinerkloster zu Erfurt, Augustinerstraße 10, 99084 Erfurt
Hotel Marthahaus, Adam-Kuckhoff-Straße 5, 06181 Halle (Saale)

Termine und Zeiten

17.06. – 19.06.2016 – Erfurt
09.09. – 11.09.2016 – Halle (Saale)
28.10. – 30.10.2016 – Erfurt
02.12. – 04.12.2016 – Halle (Saale)

27.01. – 29.01.2017 – Erfurt
17.03. – 19.03.2017 – Halle (Saale)
05.05. – 07.05.2017 – Erfurt
16.06. – 18.06.2017 – Halle (Saale)

Freitags 14:00 – 20:00
Samstags 10:00 – 18:00
Sonntags 10:00 – 16:00

Einzelne Kursblöcke können bei Verhinderung ohne zusätzliche Kosten bis Ende 2017 in Kurs III nachgeholt werden.

Investition Kurs 2

1.900,00 € Einmalzahlung bei der Anmeldung
2.000,00 € bei Zahlung in zwei Raten
2.100,00 € bei Zahlung in vier Raten

Ein Ausbildungsplatz ist erst mit dem ersten Zahlungseingang verbindlich reserviert.

 

Zur Grundausbildung selbst

1. Zielgruppe  Diese Ausbildung ist als Grundstufe offen für alle, die beruflich mit Menschen zu tun haben und deutlicher sehen lernen wollen, was dabei im Hintergrund wirkt, sowie möglicherweise einzelne Elemente der Aufstellungsarbeit in ihrem Arbeitsfeld anwenden möchten. Ebenso offen ist sie für alle, die sich für Aufstellungsarbeit interessieren, intensiv mit sich selbst in Kontakt kommen und dabei ganz persönlich wachsen wollen.

2. Grundannahmen  Das menschliche Leben entfaltet sich aus sich selbst heraus. Es geschieht einfach, wie alles Leben, ohne dass wir auf Anfang und Ende wirklich Einfluss hätten. Es gehört nicht uns, sondern wir gehören ihm. Es nimmt uns mit, durch alle Lebensstufen hindurch, ohne dass wir daran etwas ändern könnten. Seelisches und körperliches Leid entsteht, wenn wir – aus welchen Gründen auch immer – dieser Bewegung des Lebens nicht folgen, sondern etwas anderes wollen.

Sinnvolle Hilfe besteht aus meiner Sicht darin, Ratsuchende darin zu unterstützen, sich ihrer Lebenswirklichkeit weniger entgegenzustemmen und mehr dem anzuvertrauen, was sie ihnen gerade bringt. So kommen sie leichter in die eigene Kraft und in ihre tatsächliche Gegenwart. „Werden, was ich bin“ beschreibt für mich den Horizont der Aufstellungsarbeit. Natürlich hat diese Haltung einen spirituellen Hintergrund – Spiritualität entsteht ganz von selbst, wenn man in einem offenen Raum seinem eigenen Dasein gegenübertritt.

Um den Raum dieser Begegnung für Ratsuchende wirklich offen halten zu können, muss man im stabilen Kontakt zu sich selber stehen, dem, was gerade erscheint, zu folgen vermögen und ein gründliches Verständnis für die eigenen Methoden haben. Diese Grundlagen erleichtern das aus meiner Sicht Wichtigste: Ein offenes und stilles Herz gegenüber sich selbst und gegenüber den Ratsuchenden.

3. Ziele
Ich will drei Dinge vermitteln:
– Die phänomenologische Haltung. Ich folge dem, was im gegenwärtigen Moment ist, ohne es zu bewerten oder verbessern zu wollen. Ich wende mich dem, was gerade erscheint, offen und in Liebe zu und lasse mich davon belehren. Diese Vorgehensweise erfordert (und übt) die präzise Wahrnehmung meiner selbst und meines Gegenübers.

– Die Methode der Aufstellungsarbeit mit ihren systemischen, individualpsychologischen und spirituellen Hintergründen. Sie macht innere und zwischenmenschliche Bewegungen wie ein mehrdimensionaler Spiegel sichtbar und erlebbar. Dadurch setzt sie kraftvolle Impulse für das innere Zu-sich-Kommen aller Beteiligten, was ich gleichsetze mit Gesundung.

– Die Eigenart der verschiedenen menschlichen Lebensstufen (Mutterleib, Kindheit, Jugend, Erwachsensein, Reife, Alter, Tod) und das vom Leben selbst mitgegebene Ureigene eines jeden Menschen, samt ihren Konsequenzen für die Aufstellungsarbeit. Wir profitieren dabei vom Bewusstseinsmodell und dem Lebens-Integrations-Prozess (LIP) nach Wilfried Nelles.

4. Lernweg  Aufstellungsarbeit als Weiterbildung in einer Gruppe heißt für mich, gemeinsam vom Leben selbst zu lernen, so wie es sich gerade vollzieht. Das „Material“ dafür sind die Themen, Anliegen und Fragen aller Teilnehmenden. Ich möchte meine Arbeitshaltung transparent und nachvollziehbar machen und die für mich wesentlichen Methoden so zeigen, dass die Teilnehmenden unmittelbare eigene Erfahrungen damit verbinden können. Für alle Teilnehmenden bedeutet dies: Selbsterfahrung als Stellvertreter und Aufstellende eigener Anliegen und Fälle, Rundenarbeit zur Reflexion und theoretischen Einordnung des Erfahrenen sowie die Möglichkeit, unter Anleitung Elemente der Aufstellungsarbeit zu üben.

5. Grenzen, Anerkennung  Eine einjährige Weiterbildung ist vom Umfang her geeignet, Einsichten in die Aufstellungspraxis und in individuelle sowie systemische Hintergründe und Dynamiken zu gewinnen. Sie ermöglicht, im eigenen Berufsfeld bestimmte Elemente der Aufstellungsarbeit anzuwenden.

Sie befähigt noch nicht zur professionellen (evtl. hauptberuflichen) Ausübung der Aufstellungsarbeit. Dazu benötigt man mindestens eine zweijährige Weiterbildung nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS). Dafür ist diese einjährige Grundstufe eine sehr gute Vorbereitung. Sie wird vom Nelles-Institut in Nettersheim für die weiterführende Hauptstufe der Ausbildung zum Systemaufsteller nach den Weiterbildungskriterien der DGfS anerkannt.

 

Themen (Curriculum Grundstufe)

Ordnungen und Grunddynamiken in Familien und anderen Gruppen

– Bindung und Zugehörigkeit aus der Sicht der menschlichen Entwicklungsstufen
– Ausgleich und Ordnung nach der Zeit / Funktion und Wirkungsweise des Gewissens
– Herkunftsfamilie und Gegenwartsfamilie / Bindungsliebe, Entwicklung und „Verstrickung“
– die eigenen Eltern, Geschwisterdynamiken, Zwillinge

Paarleben und Elternschaft

– die Paar-Ebene / Mann sein, Frau sein / Vaters Tochter, Mutters Sohn
– die Eltern-Ebene / Vater sein, Mutter sein / Paarsystem, Kindersystem, Familiensystem
– Kinderlosigkeit, Fehlgeburt, Abtreibung, Adoption
– Schuld und Unschuld / Opfer sein – Täter sein / Missbrauchsdynamiken

Seele, Krankheit und Symptom

– „Ich folge dir.“ / „Lieber ich als du.“ – zur seelischen Funktion von Krankheit
– Einführung in die Symptomaufstellung / Symptome als Wegweiser
– Umgang mit Trauma in der Aufstellungsarbeit / die sichere Gegenwart

Alter und Tod

– äußerlich schrumpfen, innerlich wachsen / Weise und Narren
– Demenz / die eigenen alten Eltern
– Angst vor dem Tod – Sehnsucht nach dem Tod
– Tod als Lösungsversuch der Seele / suizidale Dynamiken aus systemischer Sicht

Arbeitswelt

– Beruf und Berufung, Geld und Erfolg
– Selbständigkeit, Angestelltsein – Mobbing / ‚Burnout’

Grundlagen des Aufstellens

– Kommunikation in der Aufstellung, repräsentative Wahrnehmung, Rolle und Stellvertreter
– Auftragsklärung / Übertragung und Gegenübertragung
– Jetzt und Damals / Primär- und Sekundärgefühle
– erwachsene und kindliche Perspektive / Arbeit mit und an der Grenze

Die innere Haltung in der Aufstellungsarbeit

– Phänomenologie: Liebe zur Wahrheit des Augenblicks
– Selbstwahrnehmung, Resonanz (Pacing) und Vertrauen
– Umgang mit Widerständen bei Klienten und bei sich selbst
– der gute Ort des Helfers / das angemessene Nichthelfen

Anfänge eigener Aufstellungspraxis

unter Anleitung aufstellen mit folgenden Schwerpunkten:
– klassisches Familienstellen / Bewegungen der Seele
– holding space / Ebenen der Wahrnehmung
– „Leiten“ einer Aufstellung: ohne Absicht, ohne Furcht, ohne kindliche Liebe
– „Lösungs“ – Sätze und andere Interventionen / die Illusion der Lösung
– Systemaufstellung im Einzelsetting / Arbeit mit Bodenankern und Figuren

Optionale Themen der Grundstufe

– Aufstellungsarbeit mit Kindern: „Alle Kinder sind gut (und ihre Eltern auch).“ (Bert Hellinger)
– Schuld und Unschuld / Missbrauchsdynamiken
– Trauma als Überlebensmechanismus – körperliche und seelische Dynamik
– Opfer sein – und Wege, die darüber hinausführen
– Familien und Familienunternehmen (Einführung in Organisationsaufstellungen)
– Aufstellungsarbeit im Kontext anderer Beratungs- und Therapiekonzepte

Die Reihenfolge und Gewichtung der einzelnen Inhalte und Themen ergibt sich aus dem laufenden Prozess der Fortbildungsgruppe. Eigene Vorschläge der Teilnehmer sind willkommen. Phänomenologische Aufstellungsarbeit bedeutet schon im Prozess der Weiterbildung: Ich lasse mich auf das ein, was jetzt ist. Veränderungen gehören dazu.

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