15.11.-17.11.2019 Penzberg, ZIST: Trauma, Illusion und Spiritualität. Aufstellungsarbeit mit traumatischen Erinnerungen

Aufstellungsarbeit mit traumatischen Erinnerungen, offenes Seminar und Fortbildung

Seminarzeiten
Freitag, 15.11., 18:30 – Sonntag, 17.11., 14:00

Ort
ZIST gGmbH, Zist 1, 82377 Penzberg

Inhalt
Aufstellungen haben ihren Antrieb in einer aktuellen inneren Anspannung. Diese Anspannung gehört selten zur Gegenwart. Oft diente sie in der Vergangenheit dem Überleben einer Bedrohung, meist einer vernichtenden Ohnmachtserfahrung. Wie kommt eine innere Anspannung aus der Vergangenheit in unsere Gegenwart? Dies ist eine Leistung des Phänomens „Trauma“: Es will uns vor weiteren vernichtenden Erfahrungen schützen, indem es die Bedrohung von damals in uns festhält.

So reagiert „Trauma“ in ähnlichen Situationen von heute so wie damals, obwohl die Situation heute nur so aussieht, als ob sie bedrohlich wäre. Es versucht dann, uns mit den damals nützlichen Überlebensenergien und -mustern zu retten. Aus Überlebensgründen folgt „Trauma“ der Illusion, weiterhin in Lebensgefahr zu sein. Erst wenn diese Illusion nicht mehr zu halten ist, bilden Körper und Psyche Symptome, die einen zwingen, sich mit der damaligen Erfahrung zu beschäftigen. Was geschieht dabei und wie können wir eine Entspannung unterstützen?

Man braucht einen sicheren, unbedrohten Ort, um die gefühlte Bedrohung als Illusion aus dem Damals wahrnehmen zu können und dabei von ihr zu genesen. Dieser Ort ist die momentane Gegenwart, das Jetzt. Es ist das Sicherste, was wir haben, im Grunde auch das Einzige. Hier kommt Spiritualität ins Spiel. Unter (erwachsener) Spiritualität verstehe ich die Praxis der Gegenwärtigkeit, die Hingabe an das, was gerade im Moment geschehen und sich zeigen will. Sie liefert uns die Arbeitsgrundlage für eine sichere Begleitung und Entspannung von traumatischen Erinnerungen.

Vom Jetzt aus können wir mit achtsamen Aufstellungen sehr präzise die Distanz zur damaligen Bedrohung wahrnehmen und bestimmen, und zwar körperlich, emotional und mental. So kann die damalige Anspannung sich lösen in ihrem eigenen Tempo. Sie lässt dabei alle Ressourcen und Kräfte frei, die sie damals entwickelt hat. Heute kommen sie unserer Lebendigkeit zugute.

Literatur
Geßner, Thomas: Wie wir lieben. Und was wir alles aus Liebe tun oder vermeiden, Innenwelt Verlag, Köln, Edition Neue Psychologie, 2018
Geßner, Thomas: Trauma, Illusion und Spiritualität. In Peter Bourquin, Kirsten Nazarkiewicz (Hg.): Trauma und Begegnung. Praxis der Systemaufstellung, Jahrbuch der DGfS, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2017
Wilfried Nelles, Thomas Geßner: Die Sehnsucht des Lebens nach sich selbst, Innenwelt Verlag, Köln, 2014

Kursgebühr
275,00 € zuzüglich Vollpension

Informationen zum Kurs
Anmelden

Workshopreihe: Das persönliche Trauma im Kontext der Aufstellungsarbeit

Diese Fortbildungsreihe widmet sich explizit dem Umgang mit persönlich traumatisierten Klientinnen und Klienten in den verschiedenen Formen der Aufstellungsarbeit im Einzel- und im Gruppensetting. Aufstellungsarbeit kann in der Behandlung von persönlichem Trauma von hohem Wert sein. Es bedarf der Fähigkeit der Aufsteller, Trauma zu erkennen, um angemessen zu handeln und Retraumatisierung zu vermeiden beziehungsweise heilsame Prozesse einzuleiten. Barbara Innecken, Thomas Geßner, Carmen Cortés und Peter Bourquin beleuchten den Traumaaspekt aus jeweils unterschiedlichen Ansätzen, Perspektiven und Schwerpunkten der Aufstellungsarbeit.

Weitere Teile dieser Workshop-Reihe:

Traumatherapeutische Grundlagen für die Aufstellungsarbeit im Einzelsetting mithilfe des Neuro-Imaginativen Gestaltens (NIG)
Das Aufstellen der inneren Familie
Aufstellungsarbeit und Trauma

Die Workshops dieser Reihe können einzeln zur jeweils angegebenen Kursgebühr gebucht werden. Beim vierten Workshopbesuch der Reihe gewähren wir nachträglich 5 % Ermäßigung auf die gesamten Kursgebühren.
Eine Fortsetzung der Reihe in den Folgejahren, zum Beispiel auch zu Aspekten kollektiver Traumata, ist geplant.

Information des ZIST Fördervereins für Förderung von Menschen in Krisensituationen.
Für Menschen, die gerne an Ihrem Kurs teilnehmen würden, sich die Kursgebühren aber nicht leisten können, gibt es eine Möglichkeit, sich die Kursgebühren bis zu 100% fördern zu lassen. Der ZIST Förderverein übernimmt bis zu 50% und in Einzelfällen bis zu 100% der Kursgebühren für all jene Menschen, die in Lebenskrisen Hilfe bei ZIST suchen, die anfallenden Kosten aber nicht selbst tragen können. Die einzige Bedingung, die man erfüllen muss, ist, in einem vertraulichen Gespräch seine Motivation darzulegen, die Mitfinanzierung der Kursgebühr in Anspruch nehmen zu wollen, und die Tatsache, dass die aktuelle wirtschaftliche Situation nach eigenen Aussage eine Teilnahme ausschließt.



Pin It on Pinterest

Share This