Aufstellungen mit Kindern

Aufstellungen mit Kindern - von Thomas Geßner

 
Aufstellungen mit Kindern stützen sich auf die alte von Hellinger für unsere Zeit formulierte Einsicht: “Alle Kinder sind gut, und ihre Eltern auch.”
 
Wenn ein Kind verhaltensauffällig wird, tut es damit unbewusst etwas für seine Familie. Es nässt vielleicht ein, tritt unangemessen aggressiv auf, verletzt sich und andere, kann sich nicht mehr konzentrieren, stottert, verweigert das Essen oder entwickelt chronische Krankheiten. Das Kind kann dabei oft nicht sagen, warum. Aufstellungen mit Kindern zeigen: Kinder erleben oft inneren Stress, etwa Trauer oder Hilflosigkeit. Um damit an ihrem Platz in der Familie weiterleben zu können, verhalten sie sich so auffällig. So zeigen sie den Eltern und Geschwistern, dass die ganze Familie sich etwas anschauen muss, was bisher nicht im Blick war.

Vielleicht kommt Ihnen diese Sicht der Dinge ungewöhnlich vor, aber sie bestätigt sich bei Aufstellungen mit Kindern regelmäßig. Kinder sind wie ein Spiegel. Sie tun alles für ihre Familien, ohne auf die Folgen für sich selbst Rücksicht zu nehmen. Verhaltensauffälligkeiten entstehen aus dieser tiefen Loyalität heraus.

Es hat wirklich keinen Sinn, einem Kind einfach sein problematisches Verhalten auszutreiben. Man putzt ja auch nicht den Spiegel, wenn man einen Flecken im eigenen Gesicht entdeckt. Es geht vielmehr darum, dem Kinde zuzuhören, auch dem, was es unbewusst mit seinem Verhalten sagt. Es geht darum, sein Verhalten zu lesen. Wenn die ganze Familie aufnimmt, was es mitzuteilen hat, und sich dadurch als Familie verändert, erledigt sich das problematische Verhalten meistens von selbst. Dies gilt auch für getrennte und für Patchwork-Familien.

Aufstellungen mit Kindern machen es leicht, kindliche Verhaltensauffälligkeiten zu “lesen”. Kinder haben unmittelbaren Zugang zu ihren Empfindungen, sie fühlen sich problemlos in andere Menschen ein, sie sind von Natur aus begabte Aufstellungsteilnehmer. Es ist übrigens sinnlos, vor ihnen irgend etwas Wesentliches verbergen zu wollen. Kinder wissen alles über ihre Familie, ohne Ausnahme, auch wenn ihnen noch die Worte dafür fehlen.

Methodisch gibt es bei Aufstellungen mit Kindern keinen Unterschied zur Familienaufstellung mit Erwachsenen. Kinder mögen es, wenn man ihnen etwas anbietet, was sie kennen, wenn z.B. ihre Kuscheltiere oder Spielfiguren die verschiedenen Rollen übernehmen können und etwa für ihre Eltern, Geschwister, Großeltern, die Schule, die Wut oder ein anderes Symptom stehen. Ich habe erlebt, wie souverän und präzise sie ihre Situation darstellen und von selbst die ihnen angemessene Lösung finden. Aufstellungen mit Kindern können sie innerlich oft so weit entlasten, dass sie bald ohne ihre Verhaltensauffälligkeit auskommen.

Wenn Sie etwas für Ihr Kind und damit für sich und ihre Familie tun wollen, vereinbaren Sie hier einen Termin.



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