09.11.2019 Naumburg: “Das System und die Lügenpresse – Symptomverschiebungen aus DDR-Zeiten”. Workshop bei der DGfS-Regionaltagung “30 Jahre Mauerfall”


 

Dreißig Jahre nach dem Mauerfall bin ich auf die Frage gestoßen: wo hatte die gegenwärtig weit verbreitete Wut auf „das System“ einen sinnvollen usprünglichen Ort, konnte aber nicht wirklich wahrgenommen werden? Und: wann verbreitete die offizielle Presse überwiegend Verzerrungen oder Einseitigkeiten, die im Widerspruch zum eigenen Erleben standen, war also eine „Lügenpresse“? Welche früheren Wünsche werden in gegenwärtigen kollektiven Erscheinungen vielleicht nachträglich gelebt?

Bei der individuellen Aufstellungsarbeit mit Symptomen zeigen sich oft Muster, die zu einem vergangenen Zeitpunkt lebensrettend wirkten, auch in früheren Generationen. Sie scheinen aus sicherer Entfernung den Kontakt zur damaligen Bedrohung herzustellen, um heute eine Entspannung mit ihr zu ermöglichen. Auf diese Weise helfen sie, Frieden mit der eigenen Vergangenheit zu finden. Ich habe den Eindruck, diese Dynamik gilt auch im kollektiven Zusammenhang und im kollektiven Erleben.

In meinem Workshop werden wir anschauen, wie wir selbst die für uns entscheidenden Erfahrungen vergangener Generationen in die eigene Gegenwart übertragen, Ohnmacht und Bedrohung ebenso wie Sicherheit und Wirksamkeit. So lässt sich tiefer erkennen, was heute kollektiv im geeinten Deutschland „los ist“. Auch individuelle Biografien erscheinen in einem neuen Licht, wenn man sieht, was wir geleistet haben, indem wir so wurden, wie wir heute sind. Beides hilft, sich mit dem gegenwärtigen Leben zu entspannen und handlungsfähiger zu werden.

Hier finden Sie genaue Informationen über das vielfältige Tagungsprogramm und gelangen auch zur Anmeldung.

Hier finden Sie den Tagungsflyer als PDF.



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