Symptomaufstellungen

Symptomaufstellung mit Thomas Geßner

 
Symptomaufstellungen gehen von folgender Beobachtung aus: Die Dinge, die uns zustoßen, enthalten eine Information über etwas, das bei uns selbst (noch) im Schatten liegt. Es geht dabei immer um etwas Wesentliches, sonst müssten wir es nicht erleben. Wir fragen also nicht, “warum” passiert mir dies und jenes, „Warum werde ich krank?“, sondern wir fragen: “Wozu stößt mir dies und jenes zu, was will es mir mitteilen?” – um uns für die wesentliche Information zu öffnen.

Für Krankheitssymptome heißt diese Frage dann: „Wozu bin ich krank?“, wie ich sie bei den Systemischen Erkundungen verwende. Dies hat nichts damit zu tun, dass ich etwa an meiner Krankheit selbst schuld wäre – das ist Quatsch. Es öffnet vielmehr den Weg für einen Blick auf die seelische Funktion meiner Krankheit und ihrer Symptome. Dieser Blick geht über das hinaus, was man gemeinhin psychosomatisch nennt.

Symptomaufstellungen machen klar: Die seelische Funktion von Krankheit und ihren ganz konkreten Symptomen bezieht sich auf mehrere Ebenen. Auf der individuellen Ebene können Symptome auf persönliche Traumata und seelische Verletzungen hinweisen, nach dem Muster: Wenn das Gefühl dazu (mit guten Gründen) nicht gefühlt werden darf, dann übernehmen Körper und Psyche diesen Job, indem sie krank werden und Schmerzen produzieren. Auf der Familienebene geht es um familiäre Traumata und Verletzungen, welche sich auf gleiche Weise mit dem Mittel der Krankheit Gehör verschaffen. Auf der kollektiven Ebene geht es entsprechend um kollektive Traumata und Verletzungen, wie sie in den letzten beiden Weltkriegen geschahen und heute noch in allen betroffenen Völkern präsent sind, wenn auch unbewusst. Unsere Schmerzen und der Krieg haben ein enges Verhältnis. Je mehr Tod und Verderben beteiligt waren und je länger diese Traumata zurückliegen, umso drastischere Symptome können sie ausbilden.

Symptomaufstellungen können die seelische Funktion von Krankheit und Schmerz sichtbar machen. Dadurch leisten sie einen Beitrag dazu, eine Krankheit von ihrem unbewussten Auftrag zu entbinden. Das verändert die Situation positiv, was Selbstheilungskräfte, Behandelbarkeit und subjektives Erleben betrifft. Symptomaufstellungen verlaufen ähnlich wie Familienaufstellungen, nur dass es extra Stellvertreter für die Symptome gibt. Die Symptome selbst führen uns mit Hilfe der Symptomaufstellung zu ihrem seelischen Antrieb. Sie verändern auch den Blick auf lebensbedrohliche Erkrankungen und Behinderung . Das geht oft sehr tief und kann existentiell lösend wirken. Die Symptomaufstellung ist wie jedes Aufstellungsverfahren nicht an die Gruppe gebunden. Sie ist ebenso im Einzelsetting möglich.

Wenn Sie etwas über die seelische Funktion Ihrer Symptome erfahren wollen, vereinbaren Sie hier einen Termin mit mir.
Hinweis: Keine Symptomaufstellung ersetzt eine angemessene medizinische oder therapeutische Behandlung. Ohne eine solche stelle ich Krankheitssymptome nicht auf.



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