Wie wir lieben
Und was wir aus Liebe tun oder vermeiden
Thomas Geßner
Sie kennen Ihre Muster ziemlich gut. Sie können sie auch benennen, im Gespräch mit einer Freundin, in der dritten Therapiestunde, um drei Uhr morgens, wenn der Kopf nicht stillhält. Und trotzdem tun Sie, was Sie immer tun. Der Partner reagiert, wie er immer reagiert. Die Tochter bleibt auf Abstand. Verstehen allein hat daran oft wenig geändert.
Das liegt nicht an Ihrem Willen. Es liegt daran, wo Liebe wirklich stattfindet.
Was wir fühlen, wenn wir lieben, ist nur ein winziger Ausschnitt von dem, was wir aus Liebe tatsächlich tun — oder auch vermeiden. Der größte Teil der Liebe vollzieht sich unterhalb der Wahrnehmungsschwelle: in der Art, wie wir uns an unsere Eltern gebunden haben, wie wir für sie mittragen, was sie selbst nicht tragen konnten oder wollten, wie wir Partner wählen, die zu einem alten, tief verkörperten Bild passen.
Vielleicht kennen Sie das: eine Partnerschaft, die funktioniert und sich doch nicht lebendig anfühlt. Erwachsene Kinder, zu denen die Nähe seltsam kühl geblieben ist. Eine Erschöpfung, für die es keinen erkennbaren Grund gibt. Wenn eines davon vertraut klingt, ist dieses Buch für Sie geschrieben — nicht, um es zu reparieren, sondern um es anzuschauen.
„Wie wir lieben“ folgt der unbewussten Liebe durch ein ganzes Leben — in drei Teilen.
Damals zeigt, wie das Ungeborene, das Kind und der Jugendliche lieben: körperlich, emotional, gedanklich mit den Eltern verwoben, lange bevor eigenes Denken möglich ist. Was hier entsteht, prägt jede spätere Beziehung.
Jetzt beschreibt den Weg heraus — wie erwachsene Menschen lieben, wenn die Bindung an das Damals sich löst und mehr lebendige Gegenwart möglich wird.
Echos nennt, was dazwischensteht: Übertragung, Sucht, der Opferstatus, Depression und Trauma als Schutz vor zu viel Lebendigkeit, fünf Thesen zur Paarliebe, und das Lassen der Eltern, welches jede Generation auf ihre Weise neu lernt.
Sie werden in diesem Buch nicht erfahren, was an Ihnen kaputt ist, denn: In Ihnen ist nichts kaputt. Vieles ist nur sehr gut angepasst an das, was einmal war. Sie werden jedoch erfahren, wozu Ihre Muster einmal gut waren und es zum Teil immer noch sind. Und was in Bewegung kommt, wenn Sie wahrnehmen, was Sie schon immer aus Liebe tun.
Ich habe dieses Buch im Angesicht all dessen geschrieben, was ich in vielen Aufstellungen sehen durfte, gemeinsam mit Menschen, die sich davon berühren ließen, was in ihnen wirkt. Vieles davon hat mein eigenes Bild von Liebe völlig verändert. „Von der Liebe“ (Auszug):
„Du kannst sie nicht verstehen. Sie versteht dich. Du kannst sie nicht machen. Sie macht dich. Die Liebe ist alles, was es gibt.“
Der erste Schritt muss kein großer sein. Manchmal ist er eben ein Buch, das Sie abends allein am Küchentisch lesen.
Jetzt bestellen (Thalia): 228 Seiten · Innenwelt Verlag · 2. Auflage 2020 · ISBN 978-3-942502-88-7
Sie sind noch unsicher, ob das zu Ihnen passt? Die Standortbestimmung kann Ihnen mit fünfzehn Fragen deutlicher zeigen, auf welcher Ebene Ihr Muster arbeitet.