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Vom Einzelnen zum Kollektiv: gesellschaftliche Polaritäten

Die Sorge der Deutschen vor einer Spaltung der Gesellschaft war 2025 so stark wie lange nicht (R+V-Angstindex „Die Ängste der Deutschen“). Die jüngsten Landtagswahlergebnisse dürften kaum zur Beruhigung beitragen, gleichzeitig wirken sie wie ein Ausdruck dieser Ängste.
Ein Aspekt darin scheint mir die alte Spannung zwischen „Ost und West“ zu sein. Ost- und Westdeutsche streiten bis heute jedoch selten wirklich in heutigen Konflikten. Sie leben häufig vielmehr unbewusst in zwei einander entgegengesetzten Verbindungen, die nach 1945 entstanden sind — die einen mit dem damaligen sowjetischen System, die anderen mit dem damaligen amerikanischen. Dafür kann niemand etwas.
Warum politische „Umerziehung“ hier nichts ausrichtet, warum die innere Dynamik dieser spannungsreichen Polarität ein Paradigma für viele gesellschaftliche Polarisierungen darstellt – und was vielleicht doch hilft, lesen Sie in diesem vierten Teil meiner kleinen Reihe über das, womit wir unbewusst zusammenleben.
„Symbiose. Womit wir unbewusst zusammenleben“, Teil 4

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Was von den Vorfahren noch in uns lebendig ist

Symbiose 3) Ein Mann wird so wütend, dass er Angst hat, seine eigene Familie zu verletzen — obwohl er sie über alles liebt. Die Wut, die ihn quält, ist nicht seine eigene. Sie kam mit ihm zusammen zur Welt und stammt aus dem Leben seines Vaters: Wie wir Erfahrungen von Großeltern und Eltern schon im Mutterleib aufnehmen — und wie wir ein Lebensgefühl verabschieden können, das nicht unseres ist.

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Symbiose: Womit wir unbewusst zusammenleben

Symbiose: Womit wir unbewusst zusammenleben

Symbiose 1) Als junger Mann geriet ich einmal vor mehreren tausend Menschen innerlich in einen undurchdringlichen Nebel. Ich wusste nicht mehr, wer ich bin und was ich da tue. Zwanzig Jahre später geschah dasselbe noch einmal, in meiner ersten selbst begleiteten Aufstellung. Solche Aussetzer fühlen sich an wie persönliches Versagen, sind es aber nicht. Sie zeigen, dass wir mit etwas zusammenleben, das wir nicht selbst sind — ohne das Geringste davon zu ahnen.

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