Die Sorge der Deutschen vor einer Spaltung der Gesellschaft war 2025 so stark wie lange nicht (R+V-Angstindex „Die Ängste der Deutschen“). Die jüngsten Landtagswahlergebnisse dürften kaum zur Beruhigung beitragen, gleichzeitig wirken sie wie ein Ausdruck dieser Ängste.
Ein Aspekt darin scheint mir die alte Spannung zwischen „Ost und West“ zu sein. Ost- und Westdeutsche streiten bis heute jedoch selten wirklich in heutigen Konflikten. Sie leben häufig vielmehr unbewusst in zwei einander entgegengesetzten Verbindungen, die nach 1945 entstanden sind — die einen mit dem damaligen sowjetischen System, die anderen mit dem damaligen amerikanischen. Dafür kann niemand etwas.
Warum politische „Umerziehung“ hier nichts ausrichtet, warum die innere Dynamik dieser spannungsreichen Polarität ein Paradigma für viele gesellschaftliche Polarisierungen darstellt – und was vielleicht doch hilft, lesen Sie in diesem vierten Teil meiner kleinen Reihe über das, womit wir unbewusst zusammenleben.
„Symbiose. Womit wir unbewusst zusammenleben“, Teil 4