Sie wissen, was zu tun wäre. Es geht trotzdem nicht.
„Vom eigenen Platz aus“: drei Tage Aufstellungsarbeit für Unternehmerinnen, Führungskräfte und Menschen, die beruflich andere begleiten. Halle (Saale), 09.10.-11.10.2026.
Vielleicht sitzen Sie gerade in einer Lage, die Sie eigentlich längst verstanden haben.
Sie führen ein Unternehmen, ein Team oder eine Abteilung. Oder Sie begleiten Menschen als Therapeutin, Seelsorger, Beraterin oder Coach. Sie sind gut in dem, was Sie tun. Sie wissen, welches Gespräch fällig wäre, welche Grenze Sie ziehen müssten und welche Entscheidung ansteht.
Trotzdem kommen Sie nicht dahin.
Absprachen werden gebrochen, kaum dass sie getroffen sind. Ein Kollege, ein Gesellschafter oder eine Klientin zieht Sie immer wieder in dasselbe Spiel. Abends liegen Sie wach und führen Gespräche, die tagsüber nicht stattfinden. Und irgendwann denken Sie einen Satz, den Sie lange nicht zu Ende denken wollten:
„Vielleicht sollte ich einfach aufhören.“
Was es Sie bereits kostet
Sie haben schon vieles versucht: Mediation, Coaching, Supervision, eine neue Aufteilung der Zuständigkeiten, lange Gespräche mit Menschen, denen Sie vertrauen. Manches hat kurz geholfen. Das Muster kam wieder.
Inzwischen kostet es mehr als Nerven. Es kostet Schlaf, Gesundheit und Beziehungen, die Ihnen wichtig sind. In Unternehmen kostet es Geld, denn gute Ideen bleiben in der Schublade, weil die Kraft für ihre Umsetzung im Konflikt verbraucht wird. In helfenden Berufen kostet es die Freude an einer Arbeit, für die Sie sich einmal bewusst entschieden haben.
Und es kostet etwas am eigenen Bild. Wer gewohnt ist, Dinge in die Hand zu nehmen, erlebt plötzlich Ohnmacht. Das passt nicht zusammen, und genau das macht es so zermürbend.
Eine Unternehmerin, die gehen wollte
Eine Unternehmerin aus den Niederlanden, Anfang sechzig, rief mich mit den Worten an: „Ich weiß nicht weiter. Ich überlege aufzuhören. Aber dabei blutet mir das Herz.“ Sie führte mit ihrem Bruder und einer Cousine die Firma des Vaters. Seit Jahren gab es Streit. Mediation, eine neue Aufteilung der Bereiche und Gespräche mit dem Vater hatten nichts geändert, denn jede Vereinbarung scheiterte an der Cousine.
In der Aufstellung zeigte sich eine Geschichte, die zwei Generationen zurücklag. Die Mutter der Cousine, die Schwester des Firmengründers, war einst von der Gründung ausgeschlossen worden. Ihre Tochter trug den alten Groll in die Geschäftsführung, ohne es zu wissen. Danach führte die Unternehmerin zwei Gespräche, die vorher unmöglich gewesen waren. Das erste hatte sie mit ihrem Bruder, dessen Vorsicht sie würdigte, statt sie zu bekämpfen. Das zweite führte sie mit der Cousine an einem See. Die gestand, dass sie eigentlich längst weg wollte. Die Unternehmerin bot ihr einen fairen Preis für ihre Anteile an, und sie nahm an.
Heute sagt sie: „Es macht wieder Freude. Wir haben neue Produkte am Start. Es geht aufwärts.“
Was ich in meiner Arbeit sehe
Manchmal fehlt tatsächlich Wissen oder eine Strategie, das lässt sich nachholen. Wenn aber alles Vernünftige getan ist und nichts greift, fehlt etwas anderes:
>> Es fehlt die innere Erlaubnis. <<
Sätze wie „Ich weiß nicht weiter“ oder „Ich komme nicht los“ halte ich nicht für Versagen. Sie zeigen auch keinen Mangel an Durchsetzungskraft. Ich verstehe sie als Ausdruck einer Fähigkeit, die Sie einmal gebraucht haben: alles zusammenzuhalten, auszuhalten und die eigenen Grenzen zu übergehen, um dazuzugehören. Diese Fähigkeit hat Sie getragen. Heute überfordert sie Sie. Ein Training setzt bei dem an, was Ihnen angeblich fehlt. Eine Mediatorin sucht die bessere Vereinbarung. In einer Aufstellung schauen wir auf das, was Sie innerlich festhält, und würdigen es. Erst dann kann es sich wenden.
Für Menschen, die beruflich andere begleiten, gilt das besonders. Ein Gefängnisseelsorger, Anfang fünfzig, wurde von einem Mann, den er in der Haft begleitet hatte, nach der Entlassung bis nach Hause verfolgt. In unserer Arbeit zeigte sich, dass dieser Mann eine sehr alte Angst in ihm weckte: die Angst des Kindes, das oft allein zu Hause war, von älteren Nachbarskindern bedrängt und verprügelt wurde und das kein Erwachsener schützte. Ein Jahr später stand der Mann vor seiner Haustür. Der Seelsorger dachte: „Oh Gott, schon wieder!“ Und sagte: „Guten Tag. Was wünschen Sie?“ Der Mann ging irritiert und tauchte nie wieder auf. Danach erzählte mir der Seelsorger: „Ich war überrascht. Und kurz wütend auf ihn. Und dann erleichtert.“
Die Gefahr war nicht verschwunden, aber die alte Ohnmacht war es.
Was sich verändern kann
Aufstellungen beantworten nicht die Frage, ob Sie bleiben oder gehen sollen. Sie zeigen, von wo aus Sie diese Entscheidung treffen: aus einer alten Rolle heraus oder vom eigenen Platz aus.
Was Teilnehmerinnen und Teilnehmer danach beschreiben:
– Sie sehen, wofür der „schwierige“ Mensch in Ihrem Umfeld steht, und hören auf, gegen ihn zu kämpfen.
– Sie führen das Gespräch, das seit Monaten fällig ist, und zwar ruhig.
– Sie unterscheiden, was zu Ihrer heutigen Lage gehört und was ein Echo aus früheren Zeiten ist.
– Sie ziehen eine Grenze und halten den Vorwurf aus, der danach kommt.
– Sie entscheiden, ob Sie bleiben oder gehen, und wissen, warum.
– Sie schlafen wieder.
– Sie haben wieder Freude an Ihrer Arbeit.
Oder in den Worten der Unternehmerin: Am Anfang sagte sie „Ich weiß nicht weiter“. Heute sagt sie: „Ich weiß, was ich erreichen will, und das geht auch.“
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„Vom eigenen Platz aus“
Drei Tage Aufstellungsarbeit in Halle (Saale) – Supervisionsaufstellungen, Fall-Arbeit
Für wen: Unternehmer und Geschäftsführerinnen, Führungskräfte, Therapeutinnen, Seelsorger, Beraterinnen und Coaches, kurz für alle, die beruflich führen, begleiten und viel tragen.
Was Sie mitbringen: ein berufliches Anliegen, etwa einen Konflikt, eine festgefahrene Entscheidung oder eine Rolle, die Sie erschöpft. Wer andere begleitet, kann auch eine Klientin oder einen Klienten aus der eigenen Praxis anschauen, der oder die nicht loslässt. Sie können eine eigene Aufstellung machen oder als Stellvertreterin oder Stellvertreter für andere teilnehmen. Beides wirkt, und viele erleben in der Stellvertretung mehr, als sie erwartet haben.
Wie wir arbeiten: phänomenologisch-systemische Aufstellungsarbeit und Lebens-Integrations-Prozess (LIP) nach Wilfried Nelles. Wir schauen auf die Lage, wie sie ist, auf die Menschen darin und auf die Geschichten, die darunter wirken. Dabei wertet niemand, und niemand muss etwas erzählen, was er nicht erzählen will. Namen von Firmen, Kollegen oder Klientinnen bleiben im Raum.
Zeiten:
– Freitag, 10:00 bis 18:00 Uhr
– Samstag, 10:00 bis 18:00 Uhr
– Sonntag, 10:00 bis 15:00 Uhr
Termine in Halle:
– 9. bis 11. Oktober 2026
– 21. bis 23. Mai 2027
– 22. bis 24. Oktober 2027
Ort: SaltLabs Glaspalast, Leipziger Straße 70, 06108 Halle (Saale)
Gruppengröße: höchstens 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
Fortbildung: vom LVA Sachsen-Anhalt anerkannt, mit Fortbildungsbescheinigung für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Investition: 480 € für drei Seminartage | 920 € für 2 dieser Wochenenden
Sie sind unsicher, ob Ihr Anliegen passt? Schreiben Sie mir vorher eine kurze Nachricht. Ich antworte Ihnen ehrlich, auch wenn ich Ihnen etwas anderes empfehle.
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Fragen, die oft kommen
>> Ich bin Führungskraft und kein Therapeut. Passe ich in diese Gruppe? <<
Ja. Die Mischung ist Absicht. Wer begleitet und wer führt, kennt dieselbe Erfahrung: viel zu tragen und den eigenen Platz dabei zu verlieren. In der Stellvertretung ist der Beruf ohnehin zweitrangig.
>> Ich habe schon Coaching, Supervision oder Mediation hinter mir. Was soll hier anders sein? <<
Diese Angebote arbeiten mit dem, was Sie wissen und vereinbaren können. Die Aufstellung schaut auf das, was darunter wirkt, also auf alte Loyalitäten, die keine Vereinbarung erreicht. Gerade wer schon vieles versucht hat, findet hier oft den fehlenden Teil.
>> Muss ich vor anderen über meine Firma oder meine Klientinnen sprechen? <<
Nur so viel, wie Sie möchten. Für eine Aufstellung genügen wenige Sätze. Was im Raum gesagt wird, bleibt dort.
>> Finde ich hier die Lösung für meine Lage? >>
Ich verspreche Ihnen keine Rettung. Was Sie bekommen, ist ein klarer Blick darauf, was Sie festhält, und oft die Kraft, den nächsten Schritt selbst zu gehen.
>> Was, wenn das, was sich zeigt, mich überfordert? <<
Aufstellungen können eine Zumutung sein. Ich achte darauf, dass Sie sich sicher genug fühlen und nur so weit gehen, wie es heute gut für Sie ist.
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PS: Wenn Sie an Kündigen oder Aufhören denken, prüfen Sie vorher, ob Sie wirklich den Ort verlassen wollen oder vielleicht einen alten Platz. Drei Tage können genügen, um diesen Unterschied zu sehen.
PPS: Wenn Wissen und Kompetenz nicht greifen, fehlt oft die innere Erlaubnis. Genau dort setzen wir an. Platz anfragen →
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Mehr InformationenMethodik
Supervisions- und Organisationsaufstellungen machen deutlich, was bei einem eingebrachten Fall im Hintergrund geschieht, wo und auf welche Weise das System der Arbeitswelt mit dem eigenen Familiensystem in Resonanz geht, was also gesehen werden will. Sie entfalten ein präzises räumliches Bild der beruflichen Situation und der eigenen Rolle darin.
Im Sinne der Bewusstseinsstufen und des LIP nach Nelles zeigt sich darüber hinaus, welche inneren Bedingungen oder „Filme“ in der konkreten Fall-Situation aktiv sind, sowohl im beruflichen System als auch bei sich selbst. Es wird sichtbar, welche eigenen Handlungen nötig wären und welche nicht.
Offene Fortbildung
bedeutet hier: wir lernen unmittelbar am Leben selbst, wenn wir uns um phänomenologisch begleitete Aufstellungen versammeln und uns davon berühren lassen. Dies gilt sowohl für Supervisions- und Organisationsaufstellungen als auch für die von mir entwickelte Kombination des LIP nach Nelles mit verschiedenen Aufstellungsformaten.
Mein eigenes Lernen dabei teile ich in den täglichen Reflexionsrunden, indem ich meinen inneren Prozess während der Aufstellungsbegleitung transparent mache. So wird die Vorgehensweise nachvollziehbar.
Methodisch folgen wir der unmittelbaren Anschauung und bringen sie in Kontakt mit den entsprechenden psychologischen, systemischen und spirituellen Hintergründen. Fragen zur Theorie sind jederzeit willkommen.
Fortbildungsinhalte
– Supervisions- und Organisationsaufstellungen in der Perspektive des LIP nach Nelles,
– die supervisorische Frage: wo berufliche und persönliche Themen sich treffen,
– der Kontext in Unternehmen, Institutionen und Behörden: „systemische“ Supervision,
– die phänomenologische Vorgehensweise in der Fall-Arbeit.
Die Supervisionswochenenden (SWE) sind vom Land Sachsen-Anhalt (LVA) als Stufe 4 meines Ausbildungsangebots in phänomenologisch-systemischer Aufstellungsarbeit, LIP nach Nelles und Beratung anerkannt. Sie dienen der Begleitung und Weiterentwicklung der aktuellen beruflichen Praxis. Es gibt eine Fortbildungsbestätigung.
Ihr Gewinn
1. Würdigung
Ihre Arbeit wird in mehreren Bezügen gewürdigt: im Hinblick auf Ihre eigenen inneren Prozesse, im Hinblick auf Ihr bisheriges Vorgehen und im Hinblick auf Ihre zukünftigen Möglichkeiten.
2. Einsichten in systemische Hintergründe
Sie können den konkreten systemischen Dynamiken einer bestimmten beruflichen Situation sozusagen bei der Arbeit zusehen: im Klientensystem des von Ihnen einbrachten Falles, im System der Einrichtung oder Praxis, in der sich Ihre Arbeit vollzieht, in Ihrer Rolle dabei.
3. Einsichten in das eigene Bewusstsein
Sie werden Zeugin oder Zeuge Ihrer eigenen Haltungen, Motive und Muster, welche mit einem Fall in Resonanz gehen. Sie sehen die mögliche Funktion aktueller Schwierigkeiten für Ihre eigene Entwicklung. Dies kann unmittelbar helfen, den Platz der größten Kraft und der geringsten Mühe zu finden und einzunehmen.
4. Persönliches Wachstum
Mit Hilfe von Supervisons- und Organisationsaufstellungen lassen sich verschiedene Haltungen etwa zu einem Fall ausprobieren und auf ihre Wirkungen hin überprüfen. So erscheinen mit einer gewissen Leichtigkeit oft ungewöhnliche oder bisher nicht im Blickfeld liegende Möglichkeiten und Alternativen.




